Als Hühnergott wird volkstümlich ein Stein mit einem natürlich entstandenen Loch bezeichnet.

Steine dieser Art sind oft Feuersteinknollen mit herausgewitterten Kreideeinlagerungen. Der „echte„ Hühnergott hat ein Loch von etwa 5 bis 8 mm Durchmesser, manchmal Überbleibsel eines einst eingelagerten fossilen Seelilienstängels. In Deutschland kommen Hühnergötter an der Ost- sowie Nordseeküste (beispielsweise an den Stränden der Nordfriesischen Inseln) und in eiszeitlichen Geröllen des Binnenlandes vor und sind unter Urlaubern als Glücksbringer ein beliebtes Souvenir. Andernorts in Deutschland sind solche Bildungen eher selten zu finden oder als Begriff unbekannt.

Bei dem Begriff Hühnergott und der Vorstellung, mit als Talisman gedeuteten entsprechenden Gegenständen das Hausgeflügel gegen böse Geister schützen zu können, handelt es sich um einen sehr alten slawischen Volksglauben. Im vorliegenden Fall geht es um die Abwehr des schädlichen Einflusses eines weiblichen Hausgeistes, der so genannten Kikimora.

Der Begriff „Hühnergott„ wurde in dem Roman „Iwan III.„ von Waleri Jaswizki, erschienen 1953 im Verlag Rütten & Loening, Berlin W8, in der Übersetzung von Alexander Böltz, verwendet. Dort steht im Band I, Seite 98: „An ihrem Hals [der Hühner] waren mit Zwirn bunte Steinchen angebunden, die ‚Hühnergötter‘, die sie vor Seuche behüteten.„

Der Begriff fand 1975 Eingang in den DDR-Duden, wurde aber im nach 1990 gemeinsamen Duden wieder getilgt. Die im Jahr 2000 erschienene 22. Auflage des Bandes Die deutsche Rechtschreibung verzeichnet ihn jedoch wieder.

[Quelle: WIKIPEDIA]